Archive for March, 2009

Orwell in Reinstform … genau das was alle “Hobbyparanoiden” schon seit Ewigkeiten vorhersagen (bei der Gelegeheit mal durch die Anfänge der Kategorie 1984 gestolpert) ist jetzt Realität.

Unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Kinderpornographie hat unsere Familienministeren Ursula von der Leyen (CDU) eine Offensive gestartet, in deren Zuge sie die Provider zwingen will, Seiten mit KiPo Inhalten zu filtern.

BAM … man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen … Staat entscheidet, wass wir sehen dürfen .. BAM … gleich nochmal nen Tiefschlag.

Versteht mich nicht falsch. KiPo ist etwas abscheuliches und gehöhrt wie jedes andere strafrechtliche Vergehen dementsprechend bestraft. Garkeine Frage, darüber muss man garnicht reden.

ABER die reflexartige Etablierung von Zensur in DEM Informationsmedium dieser Zeit ist definitiv der falsche Weg (wie eigentlich jede Art von Zensur). Nicht umsonst ist Informationsfreiheit eines der tragenden Grundrechte in unserem GG!
Nun mag der gemeine deutsche Michel (ich hoffe ja immer noch, dass er sich mal aufrappelt, glaube aber langsam nicht mehr daran) das ja erstmal gut finden, nun denkt man aber einfach mal einen Schritt weiter! Frau von der Leyen spreche ich die Fähigkeit dazu definitiv ab, gelle Frau “Was-Ist-Nochmal-ein-Browser-?”, aber jeder der ein wenig technisches Verständnis und Kritikfähigkeit in die Wiege gelegt bekommen hat, muss doch beim Gedanken an den nächsten Schritt das kalte Kotzen bekommen:

  • Es wurde schon gefordert, Killerspiele auf diese Liste zu tun (Ich find die Quelle dazu nicht mehr, sry)
  • Wer kontrolliert, was auf diese Listen kommt?
  • was passiert, wenn diese Liste (und das WIRD passieren) in die falschen Hände gerät? KiPo Paradise?
  • falls DNS basierte Filterung => technisch unwirksam
  • falls Content basiert: Missbrauchtspotential mit den entstehenden Logs (wer war wann auf welcher Seite?)
  • einfache Erweiterung eines solchen Filtersystems auf weitere Bereiche (kritische Blogs, Foren Infoseiten etc)
  • Missbrauchspotential: Ich poste das Bild eines nackten Kindes in einem Forum und melde dies dann => Kosten/Aufwand für Betreiber

Ich denke die Liste könnte man ohne weiteres beliebig lange fortführen.

Ein weiterer Kritikpunkt, der mich fasslungslos macht: Eines der tragenden Argumente der Familienministeren lautet:

Wir wollen dadurch nur Leute schützen, die zufällig auf eine solche Seite geraten

Ich bin seit 15 Jahren im Internet unterwegs und ich bin noch nie zufällig über eine KiPo Seite gestolpert. Ich würde es einfach mal drauf ankommen lassen: Erklärt der van Leyen doch mal was ein Browser ist, setzt sie vor einen solchen und lasst sie doch mal 6h suchen. Ich verwette meine Kochones, dass sie nicht eine einzige KiPo Seite finden wird.

Letztlich läuft alles auf einen Punkt hinaus: Die Kinder werden dadurch nichtmal ansatzweise geschützt. Schliesslich VERHINDERT eine solche Blockade nicht, dass sich jemand an den Kindern vergeht. Aber wir werden gezwungen, eines unserer Grundrechte aufzugeben. Könnt ihr jetzt besser schlafen? Ich nicht. Aber zumindest weiss ich jetzt sicher: Ich freue mich auf die Bundestagswahl, und ich werde versuchen jeden, der es hören will (oder auch nicht) zu überzeugen, dass der aktuelle Weg der Falsche ist. Und dass wir mit der aktuellen Regierung (und dazu gehören aktuell zwei (2) Parteien) sicher keine Wendung schaffen …

Dakkar

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Nun, eigentlich wollte ich das Thema einfach wegignorieren. In meinen Augen zuviel Wirbel um einen zwar tragischen, aber nichts destotrotz geringwertigen Akt sinnloser Gewalt. Der Amoklauf in Winnenden. Ich habe gehofft, dass sich die Wogen schneller glätten und wollte das daher einfach nicht hier aufnehmen. Aber ich bin heute beim Stöbern in Wikipedia (bin ich eigentlich komisch, weil ich öfters einfach zufällige Seiten durchlese?) über diesen Artikel gestolpert:

Heute Steht darin folgender Inhalt (Quelle Wikipedia):

Mit dem Ausdruck Ad-hoc-Gesetzgebung (auch: Anlassgesetzgebung) bezeichnet man eine durch Hektik geprägte, überstürzte und damit meist unsystematische gesetzgeberische Reaktion unter dem Einfluss einer durch ein auslösendes Ereignis hervorgerufenen öffentlichen Diskussion und massiver Medienberichterstattung zu einem bestimmten Thema.

Bekannte Beispiele aus der jüngeren Zeit sind die binnen kürzester Zeit durch das sonst langwierig erscheinende Gesetzgebungsverfahren gebrachte Änderung des Sozialhilferechts aufgrund des Medienrummels um Florida-Rolf, die in vielen Staaten vorgenommenen scharfen Einschnitte in die Persönlichkeitsrechte nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 mit der Begründung der Verringerung der Terrorgefahr und das 2005 nach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs vor dem Reichstagsgebäude erlassene Flugverbot für alle Luftfahrzeuge in weitem Umkreis, aber auch schon früher der demonstrative Erlass von (inzwischen vielfach bereits wieder aufgehobenen) Hundeverordnungen in allen Bundesländern nach einem in der Berichterstattung besonders spektakulär dargestellten tödlich verlaufenen Angriff eines gefährlichen Hundes auf ein Kind.

Kritisch an solcher Gesetzgebung ist, dass sie oft undurchdacht ist oder nur der Befriedigung öffentlicher Empörung dient, während man bei einer genaueren objektiv-sachlichen Betrachtung zu einer negativen Beurteilung der Änderungen kommen würde.

Fest steht, dass eine durch aktuelle Ereignisse hervorgerufene Medienreaktion mit daraus folgender öffentlicher Diskussion auch ansonsten langwierige und ins Stocken geratene Gesetzgebungsverfahren beschleunigen kann; oft lagen Konzepte wohl bereits vor und wurden nur nicht umgesetzt, weil sie dem Gesetzgeber nicht vorrangig erschienen oder er Diskussionen mit Wählern scheute.

Fällt wem was auf? Genau das ist es, was jedesmal REFLEXARTIG nach einem Amoklauf passiert: Es wird populistisch gebellt und Ad-Hoc Gesetze gefordert. Denken die Menschen eigentlich mal mit? Oder macht sie ihre (ggf sogar falsche) Trauer einfach blind? Da wird nach Verboten von “Killerspielen” geschrien, von Leuten die mal 10 min Doom3 angeschaut haben, ganze Menschengruppen diskriminiert (Spieler, Sportschuetzen etc), nur um einfach mal was gesagt zu haben. Hauptsache nicht mit dem unangenehmen, schwer zu erfassenden Kernproblem beschäftigen. Schliesslich muss es ja eine Lösung geben, die in eine BILD Überschrift passt. Sonst ist es keine “gute” Lösung …

mfg,
ein ob der aktuellen Situation verzweifelnder
Dakkar

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mangels Zeit hier nur mal ein Quicklink samt Zitat:

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat den Europäischen Gerichtshof (EuGH) aufgefordert, die EU-Richtlinie zur Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten auf Vereinbarkeit mit den Grundrechten zu prüfen. Laut dem entsprechenden Beschluss von Ende Februar (Az. 6 K 1045/08.WI), den der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung am heutigen Montag veröffentlicht hat, haben sich die Verwaltungsrichter selbst ihre Meinung bereits gebildet und kritisieren die EU-Vorgaben scharf. So sieht das Gericht in der flächendeckenden Aufzeichnung der Telefon-, Handy-, E-Mail- und Internetnutzung der Bevölkerung einen klaren “Verstoß gegen das Grundrecht auf Datenschutz”. Die verdachtslose Protokollierung der Nutzerspuren sei “in einer demokratischen Gesellschaft nicht notwendig”. Die umkämpfte Richtlinie bezeichnen die Richter als “ungültig”, da der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz nicht gewahrt werde.

Quelle: Heise.de

Es wird doch nicht langsam Vernuft in deutsche Lande/Gerichte einkehren?

Dakky

UPDATE

Ok, es kehrt keine Vernuft ein:

Wieder nur ein Quicklink samt Zitat:

Generalbundesanwältin Monika Harms hat sich dafür ausgesprochen, die Befugnisse der Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus zu erweitern. “Wir müssen die Erkenntnisse, die wir im präventiven Bereich über das BKA-Gesetz gewinnen, auch im Bereich der Strafverfolgung nutzen können”, sagte Harms dem Hamburger Abendblatt

Das ist doch der pure Hohn … und sich dann wundern, dass das Vertrauen in den Staat und unsere Rechtsstaatlichkeit im unterirdischen Bereich angesiedelt ist … *kopfschüttel*. Vebrennt das Pack, verbrennt die Fahne …

Dakky

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Zuerst einmal: Asche auf mein Haupt für diese lange (fast 2 Monate) Blogpause. Aber irgendwie hatte ich weder den Antrieb (wird Zeit dass Frühling wird, endlich raus aus dem Wintergrau) noch so richtig Zeit dafür. Ich versuch mich zu bessern ;)

Aber nun zum Thema des heutigen Posts: Dawn of War 2.  Nach relativ langer Wartezeit auf den 2. Teil konnte ich nicht anders, als mal wieder am Release Tag zuzuschlagen. Und wieder muss ich sagen: hätte ich doch mal lieber gewartet. Wobei in diesem einen Fall mal nicht eine Massive Bug Infektion der Grund für meine Missmut ist. Von daher sei die Frage berechtigt, ob da nicht grundlegene Designfehler das Spiel für mich persönlich ins Abseits manöveriert haben.

Aber eins nach dem Anderen:

Wie schon gesagt, am Releasetag hab ich mein Päckchen mit dem Spiel bekommen und ich natürlich sobald wie möglich heim, um mich dem Metzeln das Chaos hinzugeben. DVD ins Laufwerk, auf Installieren geklickert und … achja da war ja was … STEAM … Nungut. Bisher hatte ich noch keine Erfahrung mit Valves Vertriebsmedium und so wollte ich da unbelastet rangehen. Also einfach mal wie alle meine Programme nach C: installiert und dann … aehm wie? Der fragt mich nicht, wo ich da was hininstallieren will? Argls! Abbrechen, STEAM deinstallieren, Registry reinigen, Installer wieder starten, diesmal STEAM auf die grosse Platte installiert. Muss einem ja erstmal einer sagen. Mittlerweile war eine gute dreiviertel Stunde rum, und ich war grade mal bei den Anfängen der Installation. Harch … was macht man nicht alles. Aber der erste Dämpfer saß schonmal. Nunja weiter im Text. Installation fertig und ich starte DoW2 mittlerweile gespannt wie ein Flitzebogen und  … aehm … wie bei Windows Live anmelden? Muss ich das? noe gibt auch nen Offline Account. Wenigstens was.  Schnell noch die beiden Rüstungen der Limited Edition freischalten und dann … argls! … wie das Freischalten geht nur mit nem Online Windows Live Account. Wollen die mich veralbern?! Mein latenter Frust, ob der schon investierten Zeit, die ich in die Installationsorgie gesteckt habe verwandelt sich langsam in Wut. Mittlerweile bin ich schon gut 1,5h damit beschäftigt, das Spiel zu installieren und mich bei diversen Diensten anzumelden. Das ist als die vielgerühmte “Erleichterung“, die legale Käufer eines solchen Spieles erhalten? Ohne Worte. Dann erstmal ohne die extra Items.

Das Spiel an sich ist …. nunja … ich glaube am Besten beschreibt man es, wenn man sagt: Sehr viel Potenzial sehr wenig ausgenutzt. Ich erzähl einfach mal stichpunktartig, wie mein Spielerlebnis war, und was mich stört oder was mir gefiel. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat: Hier wird ab jetzt massiv gespoilert! Also weggucken oder damit leben.

Noch da?

OK.

  • Ich hatte die Kampagne in geschätzten 15h durch. Macht einen Stundenpreis von 3,33€. Finde ich persönlich zu teuer.  Die Kampagne ist ergo viel zu kurz geraten (oder das Spiel zu teuer)
  • Die epische Story: Also alles was Recht ist: die Gebrüder Grimm verstanden mehr von “epischen” Stories. Es gibt in der Storyline weder Wendungen, noch Überraschungen oder sonstige Highlights. Einfach ne 0815 Geschichte. Das kenne ich wesentlich besser aus dem Warhammer 40k Universum
  • Nicht lineare Kampagne: Dies ist schlicht und ergreifend eine maßlose Übertreibung. Die Kampagne ist absolut linear! Nur weil man optionale Nebenmissionen hat, durchbricht das noch lange nicht die Geradlinigkeit. Man hat zwar an einer Stelle der Kampagne die Möglichkeit zu entscheiden, welche Mission man zuerst machen (Giftprobe besorgen, Forschungsfeld erobern, Engelsschmide erobern) aber diese Reihenfolge hat keinen Einfluss auf das Geschehen.
  • Die Rollenspiel Elemente: Das “Hochleveln” der Trupps ist nett. Schöne und vor allem auch spürbare Boni
  • Die zu findenden Items: Macht irgendwie einen absolut undurchdachten Eindruck. Ich hab im Lauf der Kampagne geschätze 100 Flammenwerfer gefunden, aber nicht eine einzige Terminatoren Nahkampfwaffe. Generell scheinen die hochwertigen Items recht rar zu sein, was ja prinzipiell ok ist, aber dass ich im ganzen Spiel gerade mal eine schwere Plasmawaffe gefunden habe, finde ich komisch
  • Das Deckungssystem: total für die Katz. Am Anfang nutzt man es vielleicht noch, aber gerade zum Ende hin war es total egal, ob ich meinen schweren Feuertrupp mitten auf ein freies Feld gestellt habe, oder in ein Haus gepackt.
  • Die optinionalen Missionen: sowas langweiliges habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Immer wieder dieselben Maps, immer wieder dasselbe Vorgehen. Wenn es nicht so wichtig wäre, die Felder und Tempel zu erobern, hätte ich nach der 10. optionalen Mission keine mehr gemacht.
  • Gegner KI: also das habe ich schon SEHR viel besser gesehen! Die Gegner sind schlicht und ergreifend strunzblöd. Und nein, es ist keine KI, wenn sich ein halbzerschlagener Orktrupp zurückzieht. Das ist ein simples Scriptevent. Das schlimmste KI technisch sind aber die “Bossgegner”. Die haben einen festen Aktionsradius, den sie niemals verlassen. Ist ein Gegner zu hart (==zuviele HP)? Dann einfach an der Grenze seines Aktionsradius kämpfen. So greift er nicht an und man muss ihn nur immer wieder ranlocken. Total hohl halt.
  • Schwierigkeitsgrad: viel zu niedrig. Als Summe der oben genannten Punkte, gab es kaum mal eine Herausforderung in der Kampagne … enttäuschend

Tjo, also nach zwei Tagen war die Kapagne (mit einem storytechnisch entäuschenden Finale) abgeschlossen und ich stand da. Was nun … 50€ ausgegeben, ein zwei Tage altes Spiel durchgezockt und nun? Mal gucken was man bei Ebay noch dafür kriegt …. Ups …. STEAM! Nix mit verkaufen … rechtlich mehr als fragwürdig ist hiermit STEAM für mich gestorben. Ich werde mir kein Spiel kaufen, welches ich bei nichtgefallen nicht weiterverkaufen kann!

Schade … ein weiterer Spieleflop in meinem Regal :(

Dakky

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